Unterricht & Lernen
Lernen gestalten. Zukunft stärken.
Wir verstehen wirksamen Unterricht als lebendigen Prozess, der Wissen, Verantwortung und Persönlichkeit zusammenführt. Unsere Schulen entwickeln Lernformen, die Orientierung geben und zugleich Raum für individuelle Wege lassen. Dabei verbinden wir Tradition und Innovation in einem klaren pädagogischen Rahmen.
Zentrale Bausteine unseres Verständnisses von Unterricht und Lernen
ULI - Schulmodelle für maßgeschneidertes Lernen
Die ULI FAMILY steht für einen gemeinsamen pädagogischen Ansatz, der in unterschiedlichen Schulmodellen umgesetzt wird. Das Kurzwort ULI – Unser Lernen inspiriert – verweist auf den heiligen Ulrich, den Bistumspatron, und verbindet bewusste Orientierung mit einem zeitgemäßen Verständnis von Lernen.
Ein gemeinsames Lernverständnis mit klarer Struktur
Auf einer gemeinsamen pädagogischen Grundlage ist eine Family von Schulmodellen entstanden, die sich in ihren Schwerpunkten unterscheiden, jedoch einem einheitlichen Verständnis von Lernen folgen. Die Modelle sind abgestimmt auf Alter, Schulform und Lernphase der Schülerinnen und Schüler.
ULI starter führt das Konzept altersgerecht in der Grundschule ein.
ULI prime bildet das Kernmodell für die Klassen 5 bis 11 und schafft klare Strukturen für eigenverantwortliches Lernen.
ULI supreme richtet sich an die Profil- und Leistungsstufe des Gymnasiums und ermöglicht zunehmende fachliche Vertiefung.
ULI pro ist das berufliche Modell der ULI FAMILY und orientiert sich an den Anforderungen beruflicher Schulen sowie an der Vorbereitung auf Ausbildung und Beruf.
Verantwortung für das eigene Lernen übernehmen
ULI fördert maßgeschneidertes Lernen auf der Grundlage klar definierter Lernziele. Schülerinnen und Schüler planen ihre Zeit, arbeiten an verbindlichen Zielsetzungen, erhalten regelmäßiges Feedback und lernen in ihrem eigenen Tempo entlang strukturierter Lernwege.
Darin zeigt sich unsere Vision von Schule: Lernen, das Orientierung gibt, Selbstwirksamkeit stärkt und junge Menschen befähigt, Verantwortung für sich und ihre Zukunft zu übernehmen – in einer Welt, die sich stetig wandelt.
„Streck deine Hand aus”
„Streck deine Hand aus” steht für das pädagogische Selbstverständnis unserer Schulen. Das Leitwort bringt zum Ausdruck, dass Unterricht im Schulwerk der Diözese Augsburg Beziehungsgeschehen ist – getragen von fachlicher Qualität, klarer Haltung und christlicher Orientierung.
Unterricht als wirksame und verantwortete Begegnung
Unterricht ist die Basis unseres pädagogischen Handelns. Wir verstehen ihn als Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden, bei der der Mensch im Mittelpunkt steht. Grundlage ist das Leitbild „Vom Vorrang des Menschen – Erziehung und Bildung im Geist des Evangeliums“.
Alle Lehrpersonen durchlaufen den eineinhalbjährigen Lehrgang „Streck deine Hand aus“. Dort werden zentrale Unterrichtsaspekte und die damit verbundene innere Haltung reflektiert und weiterentwickelt. Der Ansatz orientiert sich an den Erkenntnissen der Hattie-Studie und sichert damit wirksamen Unterricht auf wissenschaftlicher Grundlage.
Wir gehen von der individuellen Lernausgangslage aus, gestalten positive Lehrer-Schüler-Beziehungen, fördern gemeinschaftliches Lernen und geben fundiertes Feedback. Herausforderungen und Fehler verstehen wir als wertvolle Schritte im Lernprozess.
Haltung, die Persönlichkeit stärkt
Das Leitwort verweist auf die biblische Erzählung aus dem Lukasevangelium. Es erinnert daran, dass Bildung immer mehr ist als Wissensvermittlung. Sie ist Dienst am jungen Menschen und lebt von einer reflektierten, vorbildhaften Haltung der Lehrenden.
Unterricht im Schulwerk verbindet fachliche Qualität mit christlicher Orientierung. Eingebettet in schulische Profile wie den Marchtaler Plan oder Konzepte des Digitalen Lernens entsteht so ein pädagogischer Weg, der junge Menschen stärkt und sie auf ihrem Weg zu einer stabilen Persönlichkeit begleitet.
AFRA – Schulmodell aus dem Geist "Du bist da"
Das AFRA-Modell ist ein Schulkonzept des Schulwerks der Diözese Augsburg, das an Realschulen und Gymnasien umgesetzt wird. Die Grundidee lautet „Du bist da“. Dahinter steht die Überzeugung, dass gutes Lernen vor allem dort gelingt, wo Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler in einer vertrauensvollen und wertschätzenden Beziehung miteinander arbeiten. Schule soll dabei nicht nur Wissen vermitteln, sondern junge Menschen auf ihrem Weg zu selbstbewussten, verantwortungsvollen und eigenständig denkenden Persönlichkeiten begleiten.
Was bedeutet AFRA?
Das Akronym AFRA steht für vier zentrale Grundprinzipien des Schulmodells:
A – Alternative Lernwege: Unterricht wird abwechslungsreich, individuell und bereichernd gestaltet, damit Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Fähigkeiten lernen können.
F – Fürsorge: Ein wertschätzender Umgang und gegenseitige Unterstützung prägen das Schulleben. Die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler stehen im Mittelpunkt.
R – Religiöse Fundierung: Christliche Werte geben Orientierung und regen dazu an, Verantwortung für sich selbst, andere Menschen und die Welt zu übernehmen.
A – Annehmen: Jede und jeder wird in seiner Persönlichkeit wahrgenommen und respektiert. Denn es ist gut, dass jeder einzigartig ist.
Umsetzung im Schulalltag
Im Schulalltag wird das AFRA-Modell durch verschiedene Unterrichtsformen und Angebote umgesetzt. Dazu gehören zum Beispiel die Weltbegegnung, bei der Schülerinnen und Schüler gemeinsam ankommen und sich austauschen können, sowie der Netzwerk-Unterricht, in dem Themen aus unterschiedlichen Fachbereichen miteinander verbunden werden.
Ergänzt wird dies durch EVA-Stunden und Lernwerkstätten, in denen die Lernenden selbstständig und im eigenen Tempo digital arbeiten können. So entsteht eine Lernumgebung, die Struktur bietet, aber gleichzeitig Raum für Eigenverantwortung, persönliche Entwicklung und gemeinsames Lernen lässt. Das Schulmodell verbindet darüber hinaus den GanzTakt+ mit den AFRA-Elementen und gestaltet damit ein ganzheitliches, unverwechselbarer und zukunftsweisendes Bildungskonzept.
Digitales Lernen
Digitalisierung geschieht nicht von selbst – sie muss gestaltet werden. Im Schulwerk der Diözese Augsburg verstehen wir digitales Lernen als bewussten pädagogischen Prozess. Technik schafft Möglichkeiten, entscheidend bleibt jedoch der Mensch, der sie verantwortungsvoll einsetzt.
Digitalisierung gestalten statt verwalten
Seit 2017 setzen unsere Schulen einen klaren digitalen Schwerpunkt. Ziel ist es, Lernen zeitgemäß zu unterstützen und neue Wege der Wissensvermittlung zu eröffnen. Digitale Medien erweitern den Unterricht, fördern differenziertes Lernen und eröffnen Räume für eigenständiges Recherchieren und vertieftes Arbeiten.
Technisch sind unsere Schulen umfassend ausgestattet: Sie verfügen über eine einheitliche IT-Struktur, ein leistungsfähiges Netzwerk mit WLAN sowie moderne Geräte.
Pädagogik im Mittelpunkt der digitalen Entwicklung
Digitale Ausstattung allein macht noch keinen guten Unterricht. Deshalb begleitet das Schulwerk die Schulen intensiv bei der pädagogischen Umsetzung. Ein schulwerksweites Netzwerk von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren vermittelt technische und didaktische Kompetenzen und unterstützt Lehrkräfte im Einsatz vielfältiger digitaler Werkzeuge.
Vor Ort stärken geschulte Mediencoaches gemeinsam mit Medientutorinnen und Medientutoren die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler. Ziel ist ein sicherer, reflektierter und verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Medien.
So verbinden wir technische Infrastruktur mit pädagogischer Verantwortung – damit digitales Lernen jungen Menschen neue Möglichkeiten eröffnet und sie zugleich befähigt, sich sicher und kompetent in einer digitalen Welt zu bewegen.
Ganztag
Ganztagsschulen des Schulwerks der Diözese Augsburg verstehen den ganzen Tag als pädagogische Einheit. Unsere Ganztagsangebote verbinden Bildung, Betreuung und Erziehung in einer tragenden Gemeinschaft, in der jedes Kind als Ebenbild Gottes gesehen und wertgeschätzt wird.
Betreuung und Bildung im gemeinsamen Lebensraum
Ganztagsangebote im Schulwerk gehen vom Wohl des Kindes aus. Sie schaffen verlässliche Strukturen und eröffnen zugleich Räume für persönliche Entwicklung. Unterricht, Lernzeit, Freizeit, Bewegung und gemeinsames Mittagessen greifen sinnvoll ineinander. Kinder und Jugendliche erleben Schule als sicheren Ort, an dem sie Beziehungen gestalten, Verantwortung übernehmen und ihre Begabungen entfalten können.
Der gemeinsame Orientierungsrahmen Ganztagsbildung formuliert verbindliche Qualitätsaussagen für unsere Schulen. Er gibt Orientierung in der Ausgestaltung des Ganztags und stärkt eine Pädagogik, die eigenverantwortliches Lernen fördert und zugleich individuelle Begleitung sicherstellt. Lehrkräfte und sozialpädagogische Fachkräfte arbeiten eng zusammen und stehen als verlässliche Bezugspersonen zur Seite.
GanzTakt+
Mit GanzTakt+ setzt das Schulwerk eine eigens entwickelte Sonderform des offenen Ganztags um. Zwei verpflichtende lange Tage im Klassenverband schaffen Kontinuität und gemeinsames Lernen. An weiteren Tagen können Familien zusätzliche Angebote flexibel wählen.
Ein rhythmisierter Stundenplan mit Doppelstunden, bewussten Pausen sowie dem Wechsel zwischen kognitiven, kreativen und bewegungsorientierten Phasen unterstützt konzentriertes Lernen und Entlastung im Schulalltag. Lernzeiten sind in die langen Tage integriert, sodass zusätzliche Hausaufgaben entfallen. Lernbüros stärken selbstständiges Arbeiten und eröffnen auch digitale Lernmöglichkeiten.
So verbindet GanzTakt+ Verlässlichkeit für Familien mit pädagogischer Qualität und eröffnet Kindern und Jugendlichen Zeit und Raum für ganzheitliche Entwicklung.