

Dillingen. Mit einem Jodler zogen sie singend auf die Bühne, mit der Europahymne verabschiedeten sie sich. Beim Abschlusskonzert des Erasmus+-Projekts am 16. Oktober im Festsaal des Dillinger Schlosses zeigten 40 Jugendliche aus Dillingen, dem polnischen Elbląg und dem italienischen Forlì, wie viel eine einzige gemeinsame Woche bewirken kann. Das Motto „Viele Stimmen – ein Europa“ war an diesem Abend nicht nur zu hören, sondern auch zu spüren.
Unter den Gästen waren die dritte Bürgermeisterin Erika Schweizer als Vertreterin der Stadt Dillingen und Peter Kosak, Direktor des Schulwerks der Diözese Augsburg, als Vertreter des Trägers des St.-Bonaventura-Gymnasiums. Für Schulleiter Oliver Stahl hatten die Jugendlichen eine Überraschung vorbereitet: Er feierte an diesem Tag Geburtstag und bekam ein internationales Ständchen.
Von Mozart bis Michael Jackson
Das Programm war so vielfältig wie die Gruppe selbst. In wechselnden, länderübergreifenden Besetzungen erklangen unter anderem Mozarts „Drei deutsche Tänze“ für Flötentrio, Debussys „Cortège“ für Klarinettenquintett, Tänze von Valentin Haussmann für Streichquintett, Xaver Scharwenkas „Polnischer Tanz“ für Klavier zu sechs Händen und ein Arrangement von „Heal the World“ für Blechbläser. Ein Schlagwerkensemble, ein Gitarrenquartett und ein Flötenkonzert von John Baston rundeten den Abend ab. Den Schlusspunkt des instrumentalen Teils setzte das gemeinsame Orchester mit James Curnows „Fanfare and Flourishes“.
Pizza mit der Schere und viele neue Freundschaften
Zwischen den Stücken berichteten die Jugendlichen auf Englisch von ihrer Woche: von täglichen Proben, der Besuch von Augsburg (Leopold-Mozart-Haus und Fuggerei) und Nördlingen (Rieskrater-Museum und historische Stadtmauer) und vom Leben in den Gastfamilien. Mit einem Augenzwinkern erzählten sie von kulturellen Unterschieden. So staunten die Gäste aus Polen und Italien, dass schon kleine Kinder in Deutschland allein Bus fahren und dass hier Pizza mit der Schere geschnitten wird. Auch sprachliche Entdeckungen wurden geteilt: Aus dem Schmetterling wird auf Italienisch „farfalla“, auf Polnisch „motyl“. Besonders herzlich dankten sie ihren Gastfamilien. Eine Woche, in der man jeden Tag gemeinsam verbringe, schaffe Freundschaften, die auch über große Entfernungen hinweg hielten.
Teil der europaweiten ErasmusDays
Die Projektwoche war Teil der #ErasmusDays, an denen jedes Jahr im Oktober Schulen und Bildungseinrichtungen in ganz Europa ihre Erasmus+-Projekte sichtbar machen. Wie greifbar die europäische Idee dabei werden kann, zeigte das Finale. Nachdem Schulleiter, Oliver Stahl zusammen mit Direktor Peter Kosak und Alexandra Finck den Teilnehmenden ihre Zertifikate überreicht hatten, sangen alle gemeinsam Beethovens „Ode an die Freude“, die Hymne der Europäischen Union. Mit der Zugabe „Peace I give“ ging ein bewegender Abend zu Ende, der viele Stimmen tatsächlich zu einer werden ließ.








